Forschungsstelle Mittelpolen

 
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Karte von Mittelpolen

Die räumlichen Begriffe Großpolen, Kleinpolen und Mittelpolen gehen bis ins 14. Jahrhundert zurück, in die Zeit von Władysław I., ab 1320 König von Polen. Jedoch können die wenigsten Forscher so weit zurück auf Vorfahrenlinien verweisen.
In der deutschen und teilweise auch in der polnischen Geschichtsforschung wird das polnische Gebiet östlich der preußisch-russischen Grenzen von 1815 an auch als „Mittelpolen“ oder „Kongreßpolen“ bezeichnet. Mit dem Wiener Kongreß wurde im Jahr 1815 die ehemalige polnische Monarchie wiederhergestellt. Jedoch wurde Polen dem Zaren Alexander I. untergeordnet, der auch gleichzeitig König von Polen wurde. Im Ergebnis des polnischen Januaraufstandes von 1863 erfolgten im Jahr 1867 russische administrative Reformen und das Land wurde in 10 Gouvernements aufgeteilt.
Am 7. Oktober 1918 proklamierte der Regentschaftsrat in Warschau einen unabhängigen polnischen Staat. Die damaligen Grenzen des polnischen Staates von 1921-1939 fanden überwiegend in der landsmannschaftlichen Literatur der Bundesrepublik bis in die 1990er Jahre Verwendung.
Die wechselvolle Geschichte der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Bis 1939 bestanden die 10 Diözesen Warschau, Plock (poln. Płock), Kalisch, Petrikau (pol. Piotrków Trybunalski), Lublin, Lodsch (poln. Łódź), Wilna (lit. Vilnius) und die Wolhynische, die Schlesische und die Großpolnische Diözese mit insgesamt 159 Gemeinden und Filialen.
Bei unserer Forschung beziehen wir uns auf die deutschen Siedler in Mittelpolen ohne die Gebiete, die vor 1920 zum Deutschen Reich gehörten und ohne die historischen Gebiete Galizien und Wolhynien. Daraus resultiert ein riesiges Forschungsgebiet, welches eine einzige Forschungstelle kaum abdecken kann. Somit beschränken wir uns auf unsere derzeitigen Möglichkeiten und verbleiben bei der Bezeichnung Mittelpolen für unsere Forschungsstelle.



 

Quellen:
Wolfgang Kessler: Die Geschichte der Deutschen in Großpolen im Spiegel der deutschen Historiographie nach 1945;
in: Jerzy Kloczowski / Witold Matwiejczyk / Eduard Mühle (Hg.): Erfahrungen der Vergangenheit. Deutsche in Ostmitteleuropa in der Historiographie nach 1945, Lublin, Marburg 2000, S. 101
Eduard Kneifel: Die evangangelisch-augsburgischen Gemeinden in Polen 1555-1939, Vierkirchen über München 1971
Deutsche Wikipedia: Geschichte Polens, Artikel vom 09.10.2010

 
Forschungsgruppen
Böhmische Brüder Kalisch Lodzer Industriegebiet
Lublin/Neudorf-Neubruch Petrikau
 
Ansprechpartner
Leitung der Forschungstelle
Jürgen Frantz
Wacholderweg 25
06849 Dessau-Roßlau

E-Mail
Dieter Pechner
Rosenstraße 28
46485 Wesel

E-Mail

Bei schriftlichen Anfragen legen Sie bitte Briefmarken oder einen frankierten Rückumschlag bei.

 
Aktuelle Projekte
Kirchen- und Schulgelder in der ersten Hälfte des 19. Jh. in Mittelpolen
Befüllung einer Datenbank
Erfassung von Listen Volksdeutscher die 1939 zum polnischen Heeresdienst eingezogen und/oder verschleppt worden waren
Befüllung einer Datenbank
Erschließung Kolonistenverzeichnis Hauptmann von Nothardt, 1802 ff.
In Bearbeitung
 
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