Forschungsstelle Neumark (Ostbrandenburg)

 

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Region

1. Territoriale Abgrenzung


Das Forschungsgebiet der Forschungsstelle Neumark (Ostbrandenburg) umfasst den heute polnischen Teil der ehemaligen Provinz Brandenburg (Stand 1937) östlich von Oder und Neiße. Hierzu gehören die folgenden ehemaligen preußischen Land- und Stadtkreise:

a. Neumark:
  • Kreis Arnswalde,
  • Kreis Crossen/Oder,
  • Kreis Friedeberg/Neumark,
  • Kreis Königsberg/Neumark,
  • Kreis Landsberg/Warthe (Stadt und Land),
  • Kreis Oststernberg,
  • Kreis Soldin,
  • Kreis Weststernberg,
  • Kreis Züllichau-Schwiebus.
b. Niederlausitz östlich der Oder und Neiße:
  • Kreis Guben (Stadt und Land),
  • Kreis Sorau.

Die Landkarte zeigt keinen territorialen Gebietsstand eines Stichjahres und ist nicht identisch mit dem Forschungsgebiet der Forschungsstelle; sie dient lediglich zur Übersicht über die Lage der einzelnen Landkreise, die grundsätzlich zum neumärkischen oder allgemeiner zum ostbrandenburgischen Gebiet gezählt werden können.

Nicht zum Zuständigkeitsbereich der Forschungsstelle gehören:

  • Die ursprünglich neumärkischen Kreise Dramburg und Schivelbein, die nach 1815 an die Provinz Pommern angeschlossen wurden (Betreuung durch die AGoFF-Forschungsstelle Pommern).
  • Die ursprünglich großpolnisch-posenschen Kreise Meseritz und Schwerin/Warthe sowie der Restkreis Bomst. Diese gehörten nach 1815 zur Provinz Posen, nach 1918/22 zur Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen und wurden erst mit deren Auflösung 1938, mithin für nur kurze Zeit (bis 1945), an die Provinz Brandenburg angeschlossen (Betreuung durch: AGoFF-Forschungsstelle Posen).
  • Der von 1445/55 bis 1815 zwar verwaltungsmäßig der Neumark zugeordnete, aber an sich niederlausitzische Kreis Cottbus (Herrschaft Cottbus mit Peitz), der außerhalb der AGoFF-Forschungsregion liegt.

 

2. Territoriale Veränderungen

Die Neumark ist, abgesehen von der Regierungszeit des Markgrafen Hans von Küstrin (1535-1571) nie selbstständiges Fürstentum, sondern stets Teil der Mark Brandenburg gewesen. Die Niederlausitzer Kreise Guben und Sorau gehörten nie zur Neumark, werden aber heute meist gemeinsam mit dieser behandelt, als Klammer für beides gilt der Hilfsbegriff Ostbrandenburg, der jedoch inzwischen missverständlich geworden ist, da er auch für die östlichen Teile des heutigen Landes Brandenburg verwendet wird.

Was in der jeweiligen Epoche überhaupt zur Neumark bzw. zu Brandenburg gezählt wurde, muss genau bedacht werden, will man die richtige Literatur und die richtigen Quellen finden. Für jeden Kreis und Ort muss dies zuvor geprüft werden, da im Einzelfall ganz andere Nachschlagewerke, Darstellungen und teilweise auch Archive (!) zu benutzen sind als die brandenburgisch-neumärkischen. Die wichtigsten dieser „Sonderfälle“ sind:

  • Kreis Züllichau-Schwiebus: Nur der alte Kreis Züllichau gehörte schon seit dem Mittelalter zu Brandenburg. Der alte Kreis Schwiebus jedoch gehörte bis 1742 zu Schlesien und kam erst mit dessen Anschluss an Preußen zur Neumark.
  • Kreise Guben und Sorau: Diese gehörten von 1635 bis 1815 zum Kurfürstentum bzw. Königreich Sachsen, zuvor zum unter böhmischer Lehnshoheit stehenden Markgraftum Niederlausitz. Erst nach 1815 kamen sie zu Preußen, zur neu gebildeten Provinz Brandenburg.

 

Ansprechpartner
Leitung der Forschungstelle

Dr. Peter Bahl
Gurlittstraße 5
12169 Berlin
E-Mail

Stellvertreter:
Stefan Rückling
Kröpeliner Straße 16
13059 Berlin
E-Mail

Bei schriftlichen Anfragen legen Sie bitte Briefmarken oder einen frankierten Rückumschlag bei.

 

Aktuelle Projekte
  • Besitzgeschichte der Rittergüter des Kreises Züllichau-Schwiebus (Projektbetreuer: Dr. Peter Bahl)
  • Neumärkisches Pfarrerbuch (Projektbetreuer: Stefan Rückling)
  • Ortsgeschichte, Grundstücksbesitzgeschichte und Ortsfamilienbuch für die Güter Wartenberg und Hohen Wartenberg (Kr. Königsberg/Nm)
    (Projektbetreuer: Stefan Rückling)
  • Ortsfamilienbuch Diedersdorf (Kr. Landsberg/Warthe) 1730-1825 (Projektbetreuer: Dr. Peter Bahl)
  • Register zu Neumark-Veröffentlichungen (für das Online-Register Publikationen) (Projektbetreuer: Dr. Peter Bahl)
  • Auswertung von Heimatbriefen und Tageszeitungen (für Datenbank Familienanzeigen) (Projektbetreuer: Gregor Curt Meyer)
  • Auswanderer aus der Neumark nach Polen und Russland (Projektbetreuer: Stefan Rückling)
  • Erfassung von kirchlichen und standesamtlichen Meldungen über Geburten, Heiraten und Sterbefällen aus den 18 erhaltenen historischen Lokalzeitungen des Kreises Königsberg Nm., 1830-1945. (Projektbetreuer: Stefan Rückling)
  • Erfassung von Bevölkerungsverzeichnissen des Kreises Königsberg Nm., 17.-20. Jahrhundert. (Projektbetreuer: Stefan Rückling)

 

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